Lexikon

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Tafeltraube

Trauben, die nur zum Verzehr und nicht zur Weinproduktion bestimmt sind. Meist werden dazu spezielle Traubensorten mit festem Fruchtfleisch, wenig Kernen und intensivem Geschmack angebaut. Bedeutende Anbauländer: Türkei, Italien, Spanien, Portugal, USA, Japan, Griechenland, Brasilien.

Tafelwein

Begriff für in Europa hergestellte Weine, die nicht als Qualitätswein eingestuft werden können. Wenn die Produktion nicht den üblichen Methoden entspricht, stufen Erzeuger auch ihre Spitzenprodukte zu Tafelwein ab. Daher ist die Bezeichnung nicht unbedingt ein Qualitätsmerkmal.

Tankgärverfahren

Synonym für das Charmatverfahren; die zweite Gärung bei der Schaumweinherstellung findet dabei in einem Drucktank und nicht in der Flasche statt.

Tannin

Chemische Verbindung aus der Gruppe der Phenole, dieadstringierend wirkt. Diese finden sich vor allem in den Kernen, Schalen und Stielen der Traube. Siehe auch Gerbstoffe.

Temperaturregelung

Durch Kühlung findet die Gärung kontrolliert statt, allerdings kann es auch notwendig sein, durch Erwärmung die Gärung zu unterstützen. Das gilt auch für die malolaktische Gärung.

Terrassen

Um die Bearbeitung der Weinberge am Steilhang zu erleichtern und Erosion zu vermeiden, werden oft künstliche Terrassen angelegt, auf denen die Reihen dann quer zum Hang verlaufen.

Thermovinifikation

Verfahren, das vor allem in der Rotweinbereitung eingesetzt wird; die Maische wird vor der Gärung erhitzt, um Farbstoffe zu lösen, direkt im Anschluss folgt die Pressung und eine Vinifikation im Stil der Weißweinbereitung. Dadurch entstehen sehr marmeladige, einfache Rotweine.

Toasting

Vorgang, bei dem die inneren Wände eines Holzfasses geflämmt werden; dadurch öffnen sich die Poren des Holzes und der geschmackliche Einfluss auf den Wein wird erhöht. Unterschieden werden die Stufen hell (Vanille), mittel (Karamell), und stark (Kaffee).

Traisental

Das jüngste Weinbaugebiet Österreichs – es besteht in dieser Form erst seit 1995 – ist mit rund 700 Hektar Rebfläche auch eines der kleinsten des Landes, aber in einer Beziehung ganz groß: Hier führt der Grüne Veltliner das Regiment. Fixpunkte in den kleinen Weinorten sind bodenständige Buschenschanken, Ausflüge in die Geschichte gewähren Traismauer oder Herzogenburg. Seit dem Jahrgang 2006 kommen typische fruchtige, würzige Grüne Veltliner und kernige, mineralische Rieslinge unter der Bezeichnung „Traisental dac “ auf den Markt.

Traminer

Traminer ist ein Sammelbegriff für Varianten einer Rebsorte. Je nach Beerenfarbe wird unterschieden: rote Beeren – Roter Traminer, hellrot (rosa) – Gewürztraminer, gelblich – Gelber Traminer. Sie zeigen einen unterschiedlich würzigen Geschmack, wobei das Terroir Einfluss darauf ausübt. Die Rebsorte ist sehr anspruchsvoll, was Boden und Lage betrifft, aber kalkverträglich und wenig frostempfindlich. Sie erbringt meist einen niedrigen Ertrag, aber hohen Zuckergehalt in den Beeren.

Transvasier-Verfahren

Verfahren bei der Schaumweinherstellung bei dem die zweite Gärung in der Flasche stattfindet, der Wein zur Entfernung des Bodensatzes dann in Drucktanks umgefüllt wird.

Traube

Frucht, die den Grundstoff zur Weinbereitung liefert. Sie kann in verschiedenen Formen von rund über oval bis länglich wachsen und weist Färbungen von grün, gelb, rosa, rot, blau, bis hin zu schwarz auf. Die Beere besteht grob gesagt aus Stielansatz, Fruchtfleisch, Haut und Kernen.

Traubenfäule

Durch Pilze, Hefen und Bakterien hervorgerufene Krankheit, die neben Ertragseinbußen auch zu Qualitätseinbußen führt.

Traubenöl

Öl, das durch kaltes oder warmes Pressen aus Traubenkernen gewonnen wird und in der Ernährungslehre als sehr hochwertig gilt.

Traubenwickler

Gefährlicher Schädling, der als Heu- oder Sauerwurm die Rebpflanze befällt und diese zerstört. Wird mit Insektiziden bekämpft.

Trocken

Bezeichnung für Weine, die nicht süß schmecken; der Restzuckeranteil kann abhängig von der vorhandenen Säure zwischen vier und neun Gramm liegen.

Trockenbeerenauslese

Das höchste Prädikat unter den Qualitätsweinen. Trockenbeerenauslesen werden aus ausgesuchten, von Botrytis bewachsenen, eingeschrumpften Trauben gekeltert, bei denen wegen des Wasserverlustes durch die poröse Beerenhaut Zucker und andere Inhaltsstoffe hochkonzentriert sind. Diese Trauben dürfen nicht maschinell geerntet werden, sondern müssen sorgfältig per Handlese ausgelesen werden.

Tropfen-Bewässerung

Permanente, tropfenweise Bewässerung der Pflanze aus einem Plastikrohr.

U
Überpumpen

Verfahren, bei dem während der Maischegärung der Most regelmäßig über die festen Bestandteile gepumpt wird, um die Extraktion von Farb- und Gerbstoffen zu fördern.

Uhuton

Entsteht durch einen Überschuss an Essigsäure-Ethylester und ist durch den Geruch nach Lösungsmittel (Aceton) und einem weinfremden süßlichen Geschmack wahrnehmbar.

Umathum

Das Weingut Umathum blickt auf eine lange Tradition beim Weinanbau  zurück. Bereits im 18. Jahrhundert siedelte sich die Familie Umathum am Neusiedler See an und betrieb dort eine gemischte Landwirtschaft. Heute bildet der Weinanbau den wirtschaftlichen Mittelpunkt der Familie. Mit exzellenten Weinen hat sich das Weingut Umathum in den letzten Jahren einen international hervorragenden Ruf erworben. Das Weingut zählt mittlerweile zu den besten Weingütern in Österreich. Das Weingut Umathum hat vor allem mit seinen Rotweinen einen großen Bekanntheitsgrad erreicht. Jedoch stellt die Familie auch ausgezeichnete Weißweine her. Winzer >

Unfiltriert

Weine, die ohne abschließende Filtration auf die Flasche gefüllt werden, erhielten in den vergangenen Jahren vermehrt den Hinweis „unfiltriert“ auf dem Etikett. Bei diesen Weinen findet man Reste von Feststoffen auf dem Boden der Flasche.

Untypischer Alterston

Weinfehler in jungen Weinen, der durch Wassermangel oder anderen Stress der Pflanze ausgelöst wird und sich durch den Geschmack von nasser Pappe oder Mottenkugeln zeigt.

V
Vegetabil

Geschmackseindruck im Wein, der an Pflanzen erinnert (grüne Paprika, Heu, Gras, Stroh, Oliven).

Verrieseln

Bezeichnung für die ungenügende Entwicklung der Trauben. Ursache dafür ist meistens zu kühle Witterung. Schädlinge können ebenfalls zur Verrieslung führen. Die Blüten werden dabei nicht ausreichend befruchtet und die wenigen befruchteten Blüten bilden kleine, kernlose Beeren aus. Diese können zwar sehr süß werden, der Ertrag bleibt aber sehr gering.

Versand Dosage

Bezeichnung für eine Mischung aus Wein und Rohrzucker, mit der die Champagner-Flasche nach dem Degorgieren wieder aufgefüllt wird und der Champagner seinen endgültigen Süßegrad erhält.

Verschlossen

Beschreibung eines Weines, der in der Regel noch jung ist und daher sein Geschmacks- und Aromapotenzial noch nicht ganz entfaltet hat.

Verschnitt

Bezeichnung für einen Wein, der durch Mischen verschiedener Weine beziehungsweise verschiedener Fässer desselben Weines entsteht. Das Verschneiden ist eine große Kunst, durch die die größten Weine entstehen (Cuvée).

Viren

Gruppe von Krankheitserregern, die an der Rebe oft unerkannt bleiben, aber sowohl den Ertrag als auch die Qualität der Trauben negativ beeinträchtigen.

Viskosität

Bezeichnung für die Zähflüssigkeit des Weines. Die Skala der Viskosität reicht von dünnflüssig bis ölig. Je alkoholreicher, extraktreicher oder süßer ein Wein, desto höher ist in der Regel seine Viskosität. Die höchste Viskosität weisen alkoholverstärkte Weine und Trockenbeerenauslesen auf.

Vitis vinifera

Der Name bedeutet sinngemäß „weintragende Rebe“ und ist ca. 60 Mio. Jahre alt. Von ihr stammen die meisten heutigen Rebsorten ab.

Volumenprozent

Abkürzung Vol. %. Angabeeinheit des Alkoholgehaltes von Wein. Der Alkoholgehalt wird meist in Volumen in Prozent gemessen. Als Faustregel gilt: 7,95 Gramm Alkohol pro Liter Wein entsprechen 1 Vol. % Alkohol.

W
Wasserstress

Entsteht bei ungenügender Versorgung der Pflanze mit Wasser. Im Allgemeinen wird geringer Wasserstress als positiv für die Qualität der Trauben gesehen. Meist tritt er gegen Ende der Wachstumsphase ein. Zu großer Mangel an Feuchtigkeit führt jedoch zu einer geringeren Photosynthese und damit zu einer geringeren Traubenqualität.

Wein-Ansprache

Bezeichnet den Versuch, die geruchlichen und geschmacklichen Wahrnehmungen eines Weines in Worte zu fassen. Eine einheitliche Weinansprache gibt es bisher noch nicht, es haben sich allerdings inzwischen einige gängige Vergleiche durchgesetzt, mit denen die verschiedenen Aromen und der Geschmack beschrieben werden.

Wein-Bereitung

Begriff, der alle Arbeiten umfasst, die der Weinbereitung dienen: Arbeiten im Weinberg und im Keller.

Weinbruderschaft

Weinbruderschaften sind zumeist gemeinnützige Vereine oder Gemeinschaften, deren Mitglieder die gemeinsame Liebe zum Wein verbindet. Die Ziele und den Zweck beschreibt zum Beispiel der Leitsatz der “Österreichischen Weinbruderschaft? sehr treffend und ist sicher allgemein für die meisten gültig: Ein Zusammenschluss von Männern, die für die Echtheit und Unverfälschtheit des Weines eintreten, ihn als „ritterliches“ Getränk achten und die sich der Pflege der Weinkultur und der Verbreitung des Wissens über den Wein, seiner Geschichte und kulturhistorischen Bedeutung, widmen.

Wein-Fehler

Oberbegriff für alle Mängel und Fehler, die man geruchlich, optisch oder im Geschmack wahrnehmen kann.

Weingeist

Weingeist oder Spiritus (lateinisch „Geist“) sind alte umgangssprachliche Bezeichnungen für den Alkohol oder auch Ethanol. Ethanol ist eine farblose, leichtentzündliche, angenehm riechende und brennend schmeckende Flüssigkeit, die bei der alkoholischen Gärung entsteht.

Weinsäure

Zusammen mit der Apfelsäure eine der beiden Hauptsäuren im Wein. Beide Säuren zusammen machen rund 90 Prozent der Gesamtsäure aus. Die Weinsäure ist besonders hochwertig und erwünscht; sie ist weich und schmeckt angenehm (Weintrauben sind übrigens die einzigen Früchte, in denen diese Säure vorkommt). In kühlen, regenreichen und sonnenarmen Jahren kann sie von der harten Apfelsäure dominiert werden. In alkoholischer Lösung neigt sie dagegen zu kristalliner Ausscheidung, insbesondere wenn sie in sehr hohen Konzentrationen vorliegt. Das bedeutet, dass der Wein einen Teil der Weinsäure als Weinstein ausscheidet. Er bildet sich am Boden oder an den Wandungen des Fasses, teilweise auch in der Flasche.

Weinstein

Kristalline Ausscheidungen der Weinsäure. Bei den wie Glassplitter aussehenden Ausscheidungen, die sich auf dem Boden der Weinflasche sammeln, handelt es sich chemisch um Kaliumhydrogentartrat, also um das Kaliumsalz der Weinsäure. Es ist geschmacklich neutral und beeinträchtigt den Genuss des Weines nicht. Auch gesundheitlich ist es völlig unbedenklich und werden kommerziell zum Säuren von Lebensmittel verwendet.

Wildrebe

Reben, die nicht durch den Mensch kultiviert werden und wild beispielsweise in Wäldern wachsen; sie werden oft durch Vögel weiterverbreitet.

Wind

Hat unterschiedliche Auswirkungen auf die Weinberge. Heiße, trockene Winde wirken sich schädlich aus; kühlere Winde sind vor allem in Europa oft positiv, da sie Nässestau und damit Krankheiten verhindern.

Wipfeln

Bezeichnet das Stutzen der Triebe des Rebstockes nach der Blüte um eine bessere Sonneneinstrahlung und eine bessere Durchlüftung der Blätterwand zu erreichen.

Wurzelecht

Bezeichnung für einen Rebstock, wo der Wurzelstock und die oberen, fruchtragenden Teile ein und derselben Pflanze entstammen (wenn also keine Veredelung erfolgte). Solche Rebstöcke werden weltweit kaum noch verwendet, weil sie nicht resistent gegen die Reblaus sind.

Z
Zentrifugieren

Bezeichnet ein Verfahren, bei dem der Traubenmost mit Hilfe der Zentrifugalkraft (Fliehkraft) von unerwünschten Teilchen getrennt wird. Das das Verfahren zeit- und kostenintensiv ist und der Most nicht schonend behandelt wird, kommt es nur noch selten zum Einsatz.

Zierfandler

Zierfandler oder auch Spätrot ist eine autoch-thone weiße Rebsorte, die ausschließlich in Österreich angebaut wird. Im Weingarten benötigt er die besten Lagen und stellt geringe Bodenansprüche, ist winterfrostempfindlich, sehr botrytisanfällig, verträgt gut Trockenheit und kalkreichen Boden. Der Zierfandler ist ein extrakt-reicher Wein mit zartem, noblem Aroma und fruchtiger Säure. Er besticht durch Frische und Lebendigkeit, wobei Zitrusnoten, Limetten oder Melisse den Aromabogen bilden. Der Zierfandler schmeckt hervorragend zu gebratenem oder gegrilltem Fisch, gekochtem oder gedünstetem Fleisch.

Zierreben

Bezeichnet wuchskräftige Reben, die eher zur Verzierung im Garten und an Häuserwänden als zu Weinherstellung genutzt werden. Dabei wird meist weniger auf die Früchte geachtet als auf schöne Blätter und eine ansprechende Verfärbung im Herbst.

Zikaden

Insekten, die die Reben durch Aussaugen des Saftes der Blätter und durch Übertragung von Krankheiten schädigen. Bisher waren Zikaden vor allem in Kalifornien als Schädlinge angesehen, inzwischen trifft man sie auch häufiger in Europa an.

Zitronensäure

In Zitrusfrüchten in hoher Konzentration vorkommende natürliche Säure, die in Weinbeeren nur in sehr geringer Menge vorhanden ist. Im Wein selbst wird sie überdies meist bei der malolaktischen Gärung metabolisiert, sodass sie in ihm am Ende gar nicht mehr vorhanden ist. Eine wichtige Rolle spielt Zitronensäure bei der Aufsäuerung von Weinen. Weil sie preiswert einzukaufen ist, stellt sie die am häufigsten zugesetzte Säure dar.

Zucker

Liegt im Traubenmost in erster Linie als Glucose beziehungsweise Fructose vor. Die Bildung von Zucker steht in direktem Zusammenhang mit der Photosynthese der Rebblätter, weshalb die Laubarbeit im Weinberg eine besondere Rolle spielt. Der Zuckeranteil im Most wird in Oechsle gemessen und bestimmt neben der Qualitätsstufe auch den zukünftigen Alkoholgehalt des Weines. Nicht durch die alkoholische Gärung umgewandelter Zucker wird als Restzucker bezeichnet.

Zweitgärung
Bezeichnet eine Gärung, die eintritt, wenn der eigentliche Gärvorgang schon abgeschlossen ist. Dabei handelt es sich wahlweise um eine bewusst herbeigeführte Gärung durch Zugabe von Zucker und Hefe bei der Schaumweinherstellung, oder um eine malolaktische Gärung. Eine zweite Gärung setzt außerdem ein, wenn noch Restzucker im Wein vorhanden ist und eine Temperaturerhöhung eintritt.

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